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Ski extrem am Mölltalgletscher (16.03. – 23.03.2018)

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Traben, 23.03.2018 Am frühen Freitagmorgen geht die erste gemeinsame Skifahrt des Gymnasium und der Realschule Plus in Traben-Trarbach zu Ende. Nach ereignisreichen Tagen steigen 47 übermüdete Schüler am Alten Bahnhof aus dem Bus. Die meisten wollen nach einer anstrengenden Woche mit zwei Nachtfahrten v.a. eines: Schlafen. Ein Teil der Gymnasiasten hat allerdings noch Wichtigeres vor: Im Gymnasium beginnt um 11.00 Uhr ihre Abiturentlassfeier.Es war ein Skikurs der Extreme: extreme Temperaturen, extreme Wetterumschwünge, eine extreme Unterkunft mit einem extrem ungehobelten Wirt ... und eine extrem gute Stimmung in der Gruppe. Doch immer schön der Reihe nach.

Der traditionelle Skikurs des Gymnasiums ist in diesem Jahr erstmals als Kooperations-veranstaltung mit der Realschule konzipiert. Deshalb ist die Ski-Gruppe in diesem Jahr ziemlich bunt: 7 Schüler der Realschule, 42 Schüler des Gymnasiums aus 3 Jahrgängen (MSS 2, Abiturienten 2018, Abiturienten 2017) sowie 4 Lehrer und ein Betreuer.

Wie gewohnt startet der Skikurs mit einer Nachtfahrt am Freitagabend. Zunächst läuft alles glatt: Der Bus ist überpünktlich und schnell eingeladen, die Autobahn ist frei und so trifft die Gruppe in der Morgendämmerung in Kärnten ein und kann aus verschlafenen Augen die Pracht der winterlichen Bergwelt erstmals bewundern. Doch kaum am Ziel angekommen, beginnen die Probleme. Der diesjährige Reiseveranstalter bietet seine Fahrten zu günstigeren Konditionen an als der traditionell vom Gymnasium bevorzugte. Nun zeigt sich schnell warum: Das Quartier in Obervellach, eigentlich ein schönes Haus und früher die erste Adresse im Ort, ist heruntergekommen und leidet innen wie außen an einem deutlichen Renovierungsstau. Für den Wirt ist Gastfreundschaft offenbar ein Fremdwort und die Lehrer müssen ihm erst einmal erklären, dass man disziplinierte Oberstufenschüler nicht behandeln kann wie eine Horde angetrunkener Fußballfans. Das Einchecken im Hotel wird ebenso zum organisatorischen Abenteuer wie die Skiausleihe und die Organisation eines Skibusses. Gegen Mittag geht es dann nach mehreren Notfalltele-fonaten mit Klühspies endlich zur Piste. Glücklicherweise wird die Gruppe bei der Anfahrt zum Skigebiet Mallnitz für ihre bisher gezeigte Geduld mit wunderschönen Winterbildern belohnt: tief verschneit ruhen die Wälder, auf den Dächern türmen sich weiße Hauben und dahinter erheben sich mächtige Schneegipfel. Nach einem gemütlichen Mittagessen im Skigebiet startet das Erlebnis Skilaufen für alle: Die Anfänger machen die ersten Rutschversuche an einem Anfängerhügel, die Fortgeschrittenen und die Könner fahren mit der Gondel nach oben, um das neue Skigebiet im Neuschnee zu erkunden und endlich erste Schwünge zu ziehen.

Wie der erste Tag verläuft dann die ganze Woche – Höhen und Tiefen wechseln sich ab. Immer wieder gibt es Ärger im Haus, aber das Essen ist schmackhaft und reichlich. Die Zimmer sind teilweise viel zu eng, die Matratzen durchgelegen und immer wieder ist irgendwas defekt, aber gerade dadurch entsteht ein besonderer Zusammenhalt und bald entwickelt sich bei Schülern und Lehrern ein eigener Humor, mit dem selbst die Launen des Wirts erträglich werden. Doch nicht nur der, auch das Wetter zeigt sich launisch wie eine Diva: Mal scheint die Sonne aus blauem Himmel, dann findet man im Nebel kaum die Pistenmarkierungen oder es schneit und stürmt. Auf jeden Fall lernen die Schüler in diesem Jahr, was ein richtiger Winter ist: An den zwei kältesten Tagen zeigt das Thermometer im Skigebiet morgens minus 17 bzw. minus 19 Grad, dazu weht ein eisiger Wind so heftig, dass stundenweise Gondeln und Sessel den Betrieb am Gletscher einstellen müssen. Der Schnee ist bei diesen Temperaturen natürlich von traumhafter Qualität: reinster Pulver, keine Spur von Eis. Nach zwei Tagen im Skigebiet Mallnitz geht es am dritten Tag zum Mölltalgletscher, wo auch die Anfänger bald alle Pisten befahren können. Hier macht sich ein weiterer Wintersportaspekt bemerkbar, den die wenigsten kennen und der einigen Probleme bereitet: die große Höhe (2600 – 3100 m). Schon das Tragen der Ski zur Gondel führt hier bei weniger Trainierten zu Atemnot, ein kurzer Sprint zur Schnappatmung.

Am letzten Skitag dürfen besonders sportliche Schüler dann noch etwas Neues ausprobieren: Sie tauschen ihre Ski gegen Snowboards aus.

Am Ende der Woche strapaziert eine weitere Nachtfahrt erneut die Kondition. Sie verläuft aber zum Glück problemlos und so ist schon um 6 Uhr morgens der Bus entladen und die Abiturienten können zwischen Skikurs und Abifeier noch ein Powernapping und eine Dusche einschieben.

Im Rückblick war es eine spannende und abwechslungsreiche Woche mit etlichen Pannen, aber auch vielen herausragend schönen Momenten, einer harmonischen Stimmung und einer topmotivierten Gruppe.

Die Anfänger stehen jetzt sicher auf den Skiern und die Könner haben auf hohem Niveau an ihrer Technik gefeilt. Zum Glück waren also nicht nur die Temperaturen und der Wirt, sondern auch der Lernerfolg und der Spaß extrem.

M. Herder