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Wein meets Fisch - Erasmus plus am Gymnasium Traben-Trarbach

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Als ob wir nicht schon genug Baustellen an unserer Schule hätten, läuft seit Beginn des Schuljahres 2017/2018 an unserer Schule eine auf zwei Jahre angelegte, von der EU unter dem Namen „Erasmus plus“ geförderte Schulpartnerschaft mit einer weiterführenden Schule in Norwegen. Unsere Partnerschule liegt in Rørvik, dem Hauptort der Inselkommune Vikna an der Westküste Norwegens, ziemlich in der Mitte des großen Landes – und ziemlich weit nördlich von uns aus gesehen....

Unter dem Titel „Regionale Spuren suchen – europäische Wege finden“ wollen wir uns zwei Jahre lang mit den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern der „Ytre Namdal videregående skole“ buchstäblich auf die Suche machen: nach unseren jeweils eigenen Wurzeln, nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden und nach Ideen und Visionen für ein Leben, in dem alle etwas voneinander lernen und sich so näher kommen können.

Themen für den bilateralen Austausch gibt es genug, beispielsweise die Frage, warum Norwegen eigentlich kein Mitglied der EU ist. Historische Zuammenhänge, u.a. die deutsche Okkupation in Norwegen bzw. die Zeit des Nationalsozialismus in Traben-Trarbach oder Auswanderungswellen nach Südamerika oder in die USA im 19. Jahrhundert, sollen ebenso beleuchtet werden wie die modernen Herausforderungen aktueller Migrationsbewegungen. Nicht zu kurz kommen werden außerdem aber natürlich auch die jeweiligen wirtschaftlichen Standbeine der beiden Orte. Was für Traben-Trarbach der Wein ist, ist für Rørvik der Fisch. - Und beides ist vollkommen exotisch für die jeweils anderen!

Also: Hinfahren, angucken, lernen! Der Austausch kann schließlich nur dann gelingen, wenn man die Dinge auch mit eigenen Augen gesehen und das Leben der anderen konkret kennengelernt hat. Und so wird das Projekt mit einigen Reisen verbunden sein. Mitte September waren bereits vier begeisterte norwegische Lehrerinnen Gäste eines Vorbereitungstreffens am Gymnasium in Traben-Trarbach. Im März wird es dann den entsprechenden Gegenbesuch nach Rørvik nördlich von Trondheim geben. Für die Schülerinnen und Schüler sind insgesamt vier Reisen vorgesehen – zwei für jede Schule. Wer mitfahren darf, hängt neben dem passenden Alter vor allem vom jeweiligen Einsatz für das Projekt ab.

Konkret wird es bei den Besuchen so aussehen, dass die jeweiligen Gastgeber in ihren Schulen zunächst Workshops vorbereiten, die sie dann weitgehend selbstständig mit den Gästen durchführen und auswerten. Die Vorbereitung der Workshops wird dabei sowohl in einigen Oberstufenkursen als auch in unserer kleinen, aber feinen und sehr aktiven Erasmus-AG stattfinden. Neben diesen Phasen der direkten Zusammenarbeit wird es aber auch Zeiträume geben, in denen mithilfe der neu eingerichteten Homepage Zwischenergebnisse veröffentlicht und

ausgetauscht werden können. So kann auch gewährleistet werden, dass möglichst alle, also die ganze Schulgemeinschaft, die Chance haben sich zu beteiligen. So kann das Projekt vielleicht ein richtig großes Ding werden!

Und was passiert, wenn im Sommer 2019 die zwei Jahre um sind? Erst einmal gibt es eine Zusammenfassung aller Ergebnisse in Form einer Ausstellung – einer großen Ausstellung, wenn wir das hinbekommen! Wir wollen auch nicht nur die Schulgemeinschaft ansprechen, sondern eine möglichst breite Öffentlichkeit. In Rørvik wird deshalb geplant, das ortsansässige, architektonisch sehr ansprechende „Küstenmuseum“ als Ausstellungsraum zu nutzen. Und bei uns würde sich ja zum Beispiel ein Weinkeller anbieten... Und wer sagt eigentlich, dass nach den zwei Jahren Schluss sein muss mit der Partnerschaft? Es gibt doch bestimmt Wege, die einmal geknüpfte Freundschaft weiterzuspinnen. Vielleicht sogar in Form einer Städtepartnerschaft? Man darf gespannt sein!

Übrigens: Wer sich einbringen möchte oder Ideen hat (zum Beispiel für die Ausstellung), kann gerne die Lehrer vom Erasmusteam ansprechen (Herr Diefenthäler, Frau Elsen, Frau Hedtrich, Frau Ingrillini, Frau Lenz, Frau Löwen-Schmittges, Frau Müller, Frau Schimmel, Herr Wiedemann).

 

Hilke Müller