Hitzefrei? – Nicht auf dem Rad!

Trier, 29.06.2019 Mit einem großartigen Empfang endete die 21. Fairplay-Tour d´Europe am Samstag nach 860 Kilometern bei der Lebenshilfe in Trier.
Die Schlussetappe der 21. Fairplay Tour der Großregion führte die Teilnehmer von Bitburg über Echternach nach Trier. Hier wurden sie anlässlich des Jubiläumsfestes der Lebenshilfe mit Trommelwirbel und Applaus der Festbesucher empfangen und anschließend bestens verpflegt.Manch einem Radfahrer war aber an diesem Nachmittag gar nicht mehr nach Musik, Geselligkeit und einer warmen Mahlzeit im Zelt zumute. Erneut war an diesem Tage das Thermometer auf über 35 Grad geklettert und hatte auch die letzte Etappe noch zu einer echten Herausforderung gemacht. Den sonnenverbrannten Ankömmlingen standen die Strapazen der letzten Woche buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Sie hatten ihre Tour genau in der Woche absolviert, in der halb Europa unter der ersten fürchterlichen Hitzewelle dieses Sommers litt. Hatte man in früheren Jahren oft mit Regen, Kälte und Wind zu kämpfen gehabt, so waren es in diesem Jahr die unerbittlich sengende Sonne und die Rekord-temperaturen, die den Fahrern zu schaffen machten. Schon am frühen Morgen waren sie selbst in den Höhenlagen nach wenigen Kilometern nass geschwitzt, mittags brannte die Sonne so unerträglich, dass das kostbare Trinkwasser zum Kühlen der Helme und des Nackens genutzt wurde, und selbst nachts sank das Thermometer nur wenig. Die Turnhallen, in denen der Tross übernachtete, hatten sich in Saunalandschaften verwandelt und viele zogen es vor, unter freiem Himmel zu schlafen. Während es mancherorts hitzefrei gab, die Strandbäder und Eisdielen an ihre Kapazitätsgrenzen stießen und das tägliche Leben nur noch im Schongang lief, mussten die Radler ihr Tagespensum ohne Abstriche abstrampeln. Das heißt, täglich über 100 Kilometer fahren, dabei meist mehr als 1000 Höhenmeter überwinden und in den Pausen in der Sonne stehen, um den Ansprachen und Ehrungen bei den Empfängen der Tour-Etappenorte zu lauschen. Bei einem dieser Empfänge auf einem asphaltierten, baumlosen Platz zeigte das Thermometer eines Radtachos 48 Grad!
Kein Wunder, dass der Getränkeverbrauch in diesen Tagen in astronomische Höhen schnellte: Laut Angaben der Organisatoren wurden vom Versorgungs-LKW über 16 000 Liter Mineralwasser an die Teilnehmer verteilt, um die Radflaschen zu füllen. Hinzu kamen Dutzende Kisten an alkoholfreien Getränken, die abends den Durst stillten.