Hungrige Kinder können nicht lernen

Infoveranstaltung der Welthungerhilfe anlässlich der LebensLäufe am Gymnasium Traben-Trarbach

Traben, Freitag, 05.04.19 Frau Hawa Grund-Djigo informiert am Gymnasium Traben-Trarbach die Schüler der Orientierungsstufe über die Arbeit der Welthungerhilfe und die Bedeutung der LebensLäufe

Ungewöhnliche Ruhe und gespannte Aufmerksamkeit herrschen an diesem Morgen im Raum, obwohl dort 50 Kinder versammelt sind. „50 Kinder“, so erklärt die Referentin, Frau Hawa Grund-Djigo von der Welthungerhilfe, „das ist in Ruanda eine normale Schulklasse.

In Burundi sitzen aber meist 100 Kinder in einem Raum!“ Ungläubiges Staunen, das noch stärker wird, als sie die Kinder bittet, sich doch zusätzlich vorzustellen, dass ein Klassenraum dort nur halb so groß sei wie der Raum, in dem die Kinder gerade sitzen, dass es in Burundi außerdem meist weder Tische noch Stühle gebe, dass die Kinder dort auf dem Lehmboden sitzen müssten, und dass als Fenster einfache Löcher in der Wand dienten. 

Als Einstieg haben die Kinder einen Zeichentrickfilm gesehen, der ihnen die Situation der Kinder in Burundi anschaulich gemacht hat, nun versucht die Referentin, ihnen im Gespräch deutlich zu machen, welche Ziele die Welthungerhilfe weltweit verfolgt und wie das Schulprojekt in Burundi aussieht, für das sich die Gymnasiasten in diesem Jahr mit ihrem LebensLauf engagieren wollen. „Esst ihr in der Schulkantine?“ fragt sie die Kinder, um zum Thema „Schulspeisung“ überzuleiten. Fröhlich berichten die Kinder über die Versorgung in der Mensa der Ganztagsschule, erzählen, was ihnen am besten schmecke, was ein Mittagessen kostet, und dass sie, wenn es ihnen nicht schmeckt, die Salatbar nutzen können. „Was glaubt ihr“, leitet Frau Grund-Djigo wieder zum eigentlich Thema, „kostet in Burundi ein Mittagessen für Schulkinder?“ Die Lösung präsentiert sie auf einer Folie auf dem Whiteboard: Eine Kugel Eis kostet in Deutschland 1 Euro – eine vollwertige Mittagsmahlzeit in der Schulspeisung in Burundi 20 Cent. Die Kinder staunen ungläubig und werden wirklich nachdenklich, als Frau Grund-Djigo ihnen erläutert, dass diese Mahlzeit für die Kinder oft die einzige am Tag ist und dass viele Kinder 5 Kilometer und mehr zu Fuß zur Schule laufen müssen.
Zum ersten Mal wird ihnen bewusst, wieviel sie mit ihrem LebensLauf erreichen können: Wer nur 20 Cent spendet, bezahlt damit einem hungrigen Kind eine Mahlzeit. Mit 200 Euro können alle 1000 Schüler der Projektschule unseres LebensLaufes einen Tag satt werden. Die Referentin rundet ihren Vortrag mit Zahlen zur Welternährungslage (66 Milli-onen Kinder leiden Hunger!), Fotos von dem aktuellen Schulprojekt in Burundi und einer Fragerunde ab. Bei den Sechstklässlern ist das Interesse so groß, dass die Lehrer sich spontan entschließen, noch eine weitere Schulstunde für die Diskussionsrunde freizugeben. So erfahren die Sechstklässler noch viel Interessantes über die Referentin selbst, die aus dem Senegal kommt, und weitere Arbeitsschwerpunkte der Welthungerhilfe, wie z.B. die Unterstützung von Kleinbauern in Kooperativen und das Binden-Projekt, mit dem es die WHH auch Mädchen ermöglicht, regelmäßig die Schule zu besuchen.

Am Schluss der Veranstaltung sind einige Kinder so berührt, dass sie spontan ihr Portemonnaie herauskramen, um vom eigenen Taschengeld etwas für das Projekt in Burundi zu geben. Sie haben verstanden, dass man mit vielen kleinen Beiträgen in Burundi viel bewirken kann.

Termine der Projektarbeit für Burundi:

–> LebensLauf des Gymnasiums: 19.06.19
–> Fair Play Tour d´Europe: 21.06. – 29.06.19

Spendenkonto:
Freunde und Förderer des GymTT (VEFF)
VR-Bank Hunsrück-Mosel
IBAN:  DE 30 5706 9806 0107 8176 20
Stichwort:  Fairplaytour 2019, Burundi

M. Herder, OStR