Ein ganz besonderes Event durften vor den Herbstferien etwa 100 Zuschauer in der Aula der Realschule Traben-Trarbach erleben. „Irgendwo auf der Welt“ hieß die bemerkenswerte Koproduktion zwischen dem Casino-Salon-Orchester (CSO), dem DS-Kurs des 12. Jahrgangs des Gymnasiums Traben-Trarbach und Professor Dr. Johannes Werling. Wie das zusammenpasste, musste man erleben:

Die lebensbejahende, schwungvolle Musik der 1920er- bis 1940er-Jahre, die das Programm des CSO ausmachen, stand in produktivem Kontrast zu einer ambitionierten Abfolge von Szenen, in denen ausschnitthaft das Schicksal einer jüdischen Familie während der NS-Zeit in Deutschland gespielt wurde: reduzierte kurze Schlaglichter auf das Leben, die Einschränkungen, die Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen. Wenig Text, minimalistisches Bühnenbild und Requisite, aber Fokussierung auf Mimik und Gestik bestimmten das Spiel der Schülerinnen und Schüler, die sich das Thema und den Inhalt zuvor unter der Leitung von Hilke Müller erarbeitet hatten.

Umrahmt und durchdrungen wurde diese besondere Zusammenarbeit des Gymnasiums Traben-Trarbach und des CSO von der versierten historischen Einordnung durch Professor Werling, sodass ein beeindruckendes und eindrückliches Kaleidoskop aus Theater, Vortrag und nicht zuletzt Musik entstand, das einen an vielen Stellen schlucken ließ und zum Nachdenken anregte.

Ausgangspunkt der gelungenen Koproduktion war der Wunsch des CSO, ein besonders Programm zusammenzustellen, denn so schwungvoll und mitreißend die Schlager dieser Zeit auch sind, so haftet manchen doch der Makel an, zu Propagandazwecken missbraucht worden zu sein. Die oft dargestellte „heile Welt“ in den Texten und den eingängigen Melodien der Musik dienten, zum Beispiel in bestimmten Filmen, ganz bewusst dazu, von der Wirklichkeit und dem Kriegsgeschehen abzulenken. Weniger bekannt ist jedoch die Tatsache, dass einige der bekanntesten und erfolgreichsten Stücke dieser Zeit, wie zum Beispiel das Stück „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“, von später verfolgten jüdischen Textern und Komponisten stammen. Diesen Künstlern wollte das CSO schon länger ein eigenes Programm widmen. Und warum sollte man das nicht mit ein wenig Theaterspiel verknüpfen? - An dieser Stelle kam dann, wortwörtlich, der Kurs „Darstellendes Spiel“ (DS) des damaligen elften Jahrgangs des Gymnasiums Traben-Trarbach (Gymtt) ins Spiel: Jürgen Kullmann und Hilke Müller machten sich Gedanken darüber, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte – und holten mit Johannes Werling einen kongenialen Mitstreiter ins Boot, jemanden, der Musik und Theaterspiel mit seinen Kommentaren verbinden und durch das Programm führen kann. So entwickelten die Schüler und Schülerinnen nach und nach eine Abfolge von Szenen, das CSO probte Stücke, die mit den Szenen verknüpft werden sollten, und Johannes Werling las Bücher, suchte nach geeigneten Textstellen und versuchte so den passenden Zusammenhang zwischen Darstellendem Spiel, Musik und dem Zeitgeschehen herzustellen.

Herausgekommen ist dabei die oben beschriebene spannungsreiche Mischung aus verschiedenen Formen und Ebenen des künstlerischen Ausdrucks und der kommentierenden Einordnung, die das Publikum beeindruckt und begeistert hat.

Tatsächlich ist eine weitere Aufführung im Mai nächsten Jahres geplant – für alle, die diese besondere Koproduktion verpasst haben.

Text: Hilke Müller/ Kai aus dem Bruch,  Fotos: Dr. Stephanie Zang

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